Damit es nicht zu einem Wirbelgleiten kommt ist die volle Funktionsfähigkeit der Facettengelenke, der Bandscheibe und der Bänder notwendig. Es gibt prinzipiell 2 Ursachen die ein Wirbelgeleiten ermöglichen:

Degenerativ bedingtes Wirbelgleiten:

Die häufigste Form ist das degenerative (abnutzungs-, alterungsbedingtes) Wirbelgleiten. Aufgrund einer Höhenminderung der Bandscheibe sind die umgebenden Bänder nicht mehr gespannt und es kann zu einem Verschieben von 2 benachbarten Wirbel (wie das Spiel in einem Lager) kommen. Diese Verschiebung kann nicht nur nach vorne oder hinten auftreten sondern auch auf die Seite. Die Verschiebung beinhaltet meist auch eine Instabilität auf die der Körper reagiert. So kann es vor allem über knöcherne Anbauten (Verstärkungen) zu einer Einengung und Druck auf Nervenwurzeln kommen. Es kann eine Spinalkanalstenose oder Foramenstenose entstehen.

Wirbelgleiten bei Bogenschlussanomalie (Spondylolyse, Spondylolisthesis Vera):

Hier ist ein Teil des hinteren Wirbelbogens unterbrochen und damit kann das Facettengelenk den oberen Wirbel nicht mehr in seiner Position halten, da die Kräfte nicht mehr übertragen werden können. Die Störung kann angeboren sein oder durch Überlastung (meist im Jugendalter), Trauma oder Degeneration erworben werden.

Beschwerden und Therapie

Ein Wirbelgleiten muss nicht per se Beschwerden bereiten, es kann sich auch klinisch stumm verhalten, wir sprechen dann davon, dass es asymptomatisch ist. Stellen wir fest, dass ein Wirbelgleiten Beschwerden verursacht, wird versucht es in einen beschwerdenfreien Zustand mit Hilfe konservativer Massnahmen zurückzuführen.  Dies schließt eine Analyse der Körperhaltung und Statik sowie von Verkürzungen der Muskeln und Bewegungseinschränkungen der Gelenke ein. Bei schwereren Fällen setzen wir mit großem Erfolg interventionelle Massnahmen (Infiltrationstherapie, Mikrotherapie) ein. Durch diese Massnahmen kann meiner Erfahrung nach eine operative Stabilisierung in den meisten Fällen vermieden werden. Selbst im Falle einer Nervenwurzelkompression muss nicht immer gleich die sehr häufig praktizierte Korrekturspondylodese (Versteifung) erfolgen. Durch ein von mir entwickeltes und seit Jahren erfolgreich praktiziertes mikrochirugisches Verfahren ist selbst im Falle einer Foramenstenose (Enge des Nervenwurzelaustritts) eine Befreiung der Nervenwurzel ohne Versteifung sehr häufig möglich.