• Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde des Menschen produziert wird. Kortison wurde schon vor seiner Entdeckung 1935 medizinisch eingesetzt, z.B. durch die Murmeltiersalbe (das Unterhautfettgewebe der Murmeltiere enthält Steroidhormone). Kortison ist aus der modernen Medizin nicht wegzudenken, insbesondere in Notsituationen zur Behandlung von überschiessenden Immunreaktionen, Entzündungen, Gewebereaktionen und Schwellungen.
    • Auch zur Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates wird Kortision eingesetzt. Entweder oral oder im Rahmen einer Infiltration. Je höher die Dosierung und je länger die Anwendung ist, desto mehr kommen die regulierenden Eigenschaften des Hormons auf Fett- ,Eiweisstoffwechsel oder Zuckerhaushalt negativ zur Geltung. Dazu zählen: Schwächender Einfluss auf Sehnen, Bänder und Knochen, Schwächung des Immunsystems, Entgleisung des Zuckerhaushaltes (besonders beim Diabetiker relevant). Riß einer Sehne (z.B. der Achillessehne), Osteoporotische Frakturen, Infektionen oder Fettgewebsnekrosen sind Erkrankungen, die mit einer langen und hochdosierten Cortikoidbehandlung in Verbindung gebracht werden.
    • Da Kortison das stärkste Medikament zur Entzündungshemmung darstellt gibt es nach wie vor spezielle Einsatzgebiete bei Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule u.a. zur Vermeidung einer Operation. Ein punktueller Einsatz vor allem zur Unterbrechung des Schmerzkreislaufes kann äusserst sinnvoll sein. Jedoch muss jede Kortisonbehandlung ausführlich mit den Risiken abgewogen werden, Dosis und Behandlungsdauer müssen minimal gehalten werden und dokumentiert werden.
    • Sinnvolle Einsatzgebiete an der Wirbelsäule sind: PRT (periradikuläre Therapie), PDT (Peridurale Therapie), LESI (Lumbale Epidurale Steroid Infiltration), Facettenblock, caudale epidurale Umflutung